Manfred Geißelbrecht

Stadtmarschall Mainzer Freischützen Garde e.V. gegr. 1901

Benennung zum Stadtmarschall: 01.01.1992

Als Burengarde 1901 in Kastel erstmals am närrischen Treiben beteiligt. In braunen Anzügen, mit Schlapphüten den sog. „Südwestern“ den Namen angelehnt nach den Buren, die in Südwestafrika Krieg führten gegen die Briten. Der Name hat sich geändert – aus Buren wurden 1911 Freischützen.
Die Uniform hat sich total gewandelt – angelehnt an Schützenuniformen, war grün angesagt – das einzige Relikt aus der Vergangenheit ist nur noch der Südwestern Hut - heute allerdings in grün mit Federn geschmückt in den Fastnachtsfarben. Wenn wir mit unserer Uniform mal verwechselt werden, so ist dies mal mit der Garde der Prinzessin oder der Kasteler Jocus Garde, die eine, weil die Uniformgrundfarbe auch grün ist, die andere, weil der Hut ähnlich geformt ist, wie der unsere.

Die Geschichte der Mainzer Freischützen Garde

Aus der „Burengarde“ wurde schon 1911 die „Mainzer Freischützen Garde“. Es waren andere Dinge neu in den letzten Jahren dazugekommen. Durch das „Bundesschießen“ und div. Schützenfeste wurde jetzt dem Schießsport gefrönt und deshalb war es nicht verwunderlich, dass die Garde nicht nur mit neuem Namen, sondern auch mit neuen Uniformen in „schützengrün“ an Fastnacht präsent war. Als echte „Meenzer“ Altstadtgarde in der Wirtschaft „Deutsche Flotte“ in der Rheinstraße gegründet, sind wir der Altstadt bis 1970 treu geblieben. Erst nachdem in der Altstadt das „Sanierungsfieber“ ausgebrochen war, mussten wir raus und haben seitdem in der Neustadt Boppstraße 46 sowohl Geschäftsstelle als auch Kammer. Dort war dann auch erstmalig genügend Platz sowohl für den Geschäftsbetrieb als auch für Ökonomen. 

Im Rückblick betrachtet, waren die Jahre Ende der 60er und die 70er des letzten Jahrhunderts die wichtigsten für den heutigen Stand der MFG. In dieser Zeit wurde die Basis für das meiste unseres finanziellen Rückgrates von heute geschaffen. Es wurde 1969 der Senat ins Leben gerufen - der Umzug in neue Räumlichkeiten. Dadurch war es erstmals auch möglich einen eigenen „Offizierempfang“ mit vielen, vielen Gästen in eigenen Räumen durchzuführen. Das Ansehen der Garde wuchs und wuchs. Es gab ab 1972 ein richtiges „Feldlager“ an den Fastnachtstagen, bis 1991 noch im 1. Stock der
Karmeliterschule, über dem Lager der MRG, und dann seit 1992 in der Turnhalle. In jedem Jahr eine logistische Meisterleistung, diese Turnhalle in eine „Närrische Festhalle“ zu verwandeln. Als dann 1976 das 75-jährige Jubiläum der MFG gefeiert wurde war dies der Auftakt für ein glanzvolles Jahr, erstmals „Offizierempfang im Osteiner Hof“ und ebenfalls erstmalig die große Gardesitzung im Großen Saal des Kurfürstlichen Schlosses. Mit einem Motivwagen „75 Jahre MFG - von der Burengarde zur Freischützen Garde“, war die MFG dann auch auf dem Rosenmontagszug präsent.

Die 80er Jahre waren geprägt von einem steten Mitgliederwachstum. Die vielen neuen aktiv Marschierenden wollten ja auch eine Uniform,  glücklicherweise hatten wir jetzt auch, aufgrund des zusätzlichen Platzes, mehr „Leihuniformen“ auf der Kammer. 

1984 war dann das Jahr, in dem wir aus „Mieter“ in der Boppstraße, Miteigentümer in der Boppstraße 46, wurden. Leider wurde das gerade angefangene Jahr 1985 durch den Unfall des damaligen 1. Vors. Horst Zimmermann überschattet. Es war auch gleichzeitig der Beginn meiner Tätigkeit als 1. Vorsitzender. Viele Arten von Veranstaltungen haben wir seit Beginn unserer Aufzeichnungen durchgeführt - teils sehr erfolgreich - teils nur einmal, weil kein Erfolg. Mondscheinfahrt - Frühlingsfest - Herbstball - Herbstmanöver - Närrisches Bockbierfest und Grillfeste in verschiedenen Variationen -
man muss flexibel sein und sich den aktuellen Wünschen und Interessen anpassen. Viele Termine sind jedoch seit vielen Jahren Standard im „Jahreskalender“ der MFG z.B. Aktivenessen, Muttertagsausflug, Wandertag, aber auch hier sind in jedem Jahr neue Ideen gefragt. Vieles ist jedoch in all den Jahren geblieben - angepasst aber in der Basis doch unserem Gedanken „Brauchtum“ entsprechend. 

In den 90ern - nicht zu vergessen der „Unwetter Rosenmontag“. Orkanböen zogen über Mainz hinweg und beschädigten viele Wagen. In Düsseldorf wurde der Zug abgesagt. Noch schlechter war es dann 1991, wo wegen des Golfkrieges die komplette Kampagne am 17.1. abgesagt wurde. Ausgerechnet in dem Jahr, in dem unsere Garde 90 Jahre alt geworden ist. Nachdem Ende der 60er Jahre unser damaliges sehr erfolgreiches „Fanfarencorps und unser Trommlercorps“ aufgelöst wurde, wurde auf Wunsch der Mitglieder 1992 ein neues „Trommlercorps“ ins Leben gerufen und ist seither bei all unseren Veranstaltungen in verschiedenen Besetzungen immer ein fester Programmteil. Bei den Umzügen an den Fastnachtstagen werden wir seit vielen Jahren
durch unsere Freunde vom Spielmannszug Worfelden und dem Kirchenmusikverein Gau-Bischofsheim unterstützt.

Die 90er waren in der 2. Hälfte geprägt von den Vorbereitungen für unser 100-jähriges Jubiläum. 1998 war dann die Geburtsstunde unseres „Freischütz“, eine Symbolfigur auf der närrischen Rostra mit „politisch-literarischem Vortag, der über viele Jahre einer der Höhepunkte unserer Sitzungen war. Die Teilnahme an den Umzügen in Bruchsal und Schiltigheim sind seit vielen Jahren fester Bestandteil unserer „Strassenfastnacht“.

Mit einer Höchstzahl an Mitgliedern feierten wir unser 100-jähriges - den Übergang in das 3. Jahrtausend hatten wir gut überstanden. Bereits im November 2000 begann die Jubiläumsfeier mit einer Ausstellung über die Garde im Foyer des Mainzer Rathauses. Zum 100jährigen gab es unter anderem einen Jubiläumsempfang und die Jubiläumssitzung im Kurfürstlichen Schloss zu Mainz.

Manfred Geißelbrecht wird 2001 zum Generalfeldmarschall ernannt, nach über 15 Jahren wird dieser Posten wieder besetzt.

2003 gibt Sitzungspräsident Michael Marxen nach 25 Jahren sein Amt ab. Hans-Jürgen Gros übernimmt das Amt des Sitzungspräsidenten.

Drei Jahre später initiiert die MFG das „Gardeschießen“, Ausrichter ist der SC Waidmannsheil.

In der Kampagne 2012 feierte die Mainzer Freischützen-Garde ihr 111jähriges Jubiläum. Einer der Höhepunkte in dieser Kampagne war eine Benefizveranstaltung vor dem Mainzer Staatstheater in Zusammenarbeit mit dem Radiosender RPR1. Der Senat organisierte einen Verkauf von Weck, Worscht und Woi. Der Erlös ging an die Deutsche Krebshilfe.

Im Jahr 2014, stand nach 37 Jahren ein Ortswechsel für unseren traditionellen Offiziersempfang vom "Osteiner Hof" ins "Casino Taubertsberg" an. Seit einigen Jahren sind wir in der Kulturei.

Eine Handvoll Senatoreninnen und Senatoren, unter der Leitung von Fr. Roswitha Siebert, realisierten 2017 den Bau eines Kampagnewagens und fuhren 2018 erstmals am Rosenmontagszug mit.

In der Kampagne 2021 kam es schließlich zur Zwangspause: der Rosenmontagszug wurde aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt, ebenso alle live-Veranstaltungen der MFG. Zum Kampagnenbeginn 2021/2022 konnte mit Hilfe entsprechender Mitglieder eine Sonderausstellung im Fastnachtsmuseum anlässlich des 11x11 Bestehens der MFG organisiert werden. Zu Ehren unseres Jubiläums verlieh unser Sitzungspräsident, Hans-Jürgen Gros am 11.11. das närrische Grundgesetz.

Die MFG macht 2023 Schlagzeilen: sie steht als erste Traditionsgarde unter einer weiblichen Führung, Angelika Berg wird zur 1. Vorsitzenden gewählt.

2025 wird Nina Stumps in das Amt der Kommandeuse gehoben. Erst zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte ist das Amt der Kommandeuse besetzt. Das Kommando wird in diesem Jahr vom Generalfeldmarschall, Manfred Geißelbrecht und der Kommandeuse geführt.